Sie kreiert Dirndl mit Äpfeln, Kirschen oder Märchenfiguren und ist als Brezenkönigin bekannt: Designerin Christina Kronawitter. Mit ihren Entwürfen „für die Retro- Frau“ hat die Keramik-Meisterin in Straubing mittlerweile Kultstatus erreicht. Nun wurde auch die „Brigitte“ auf sie aufmerksam und engagierte Christina Kronawitter für die Fotostrecke „50 Frauen, 50 Kleider“. Für die aktuelle Ausgabe der auflagenstärksten (14-tägig) Frauenzeitschrift Deutschlands ließ sich die 33-Jährige in ihrer Boutique „Mein Herzblut“ ablichten, natürlich in einem ihrer Dirndl.

„Die Zeitschrift hat mich gefunden. Wie, weiß ich auch nicht genau. Sie haben bei mir angerufen und gesagt, dass ihnen meine Kollektion gefällt und gefragt, ob ich mitmachen möchte“, erzählt Christina Kronawitter, die es kaum glauben konnte, dass sie tatsächlich für die Zeitschrift fotografiert werden sollte. „Erst habe ich gedacht, da verarscht mich doch jemand.“ Trotzdem hat die Designerin spontan zugesagt – schließlich sei das eine „super Werbung“ – und einen Termin vereinbart. Ende November standen dann ein Fotograf aus England, eine Moderedakteurin aus Frankreich, ein Visagist, eine Assistentin und eine Studentin in ihrer kleinen Boutique in der Rosengasse, um sie für die aufwändige Modestrecke zu fotografieren. „Das Team hatte alles dabei, spezielle Lampen, Dekozeugs und das Lebkuchenherz, das mit auf dem Foto ist.“ Das Kleid hat die Moderedakteurin ausgewählt. „Genau das, das ich auch anziehen wollte“, sagt die Designerin und zeigt stolz auf das Matrjoschka-Dirndl, das in ihrem Laden hängt. Das Shooting an sich habe nicht lange gedauert, auch weil das Team in ihrem Laden kaum etwas umgestalten musste. „Die waren begeistert und haben mir wenige Vorgaben gemacht.“ Gut vier Stunden später waren die Fotos im Kasten. Vom Ergebnis war sowohl das Team als auch Christina Kronawitter begeistert: „Wir haben für das Foto eine kleine ‚Mein-Herzblut‘- Welt geschaffen. Genau, was ich mir vorgestellt habe.“ Große Ziele für die Zukunft Mit dem Fotoshooting für das Magazin hat die Unternehmerin schon jetzt fast alles erreicht, was sie sich für 2011 vorgenommen hatte. „Ich setze mir jedes Jahr ein neues Ziel, das ich erreichen will. 2011 wollte ich es mit meiner Kollektion unbedingt in eine Zeitschrift schaffen.“ Dass sie das Dirndl dabei auch noch selbst tragen durfte, hätte sie sich aber nicht träumen lassen. Seit Mittwoch ist die Zeitschrift im Handel erhältlich, Christina Kronawitter hat sie sofort in ihrem Schaufenster platziert. Dass sie sich immer wieder neue Ziele setzt, ist – neben Disziplin und dem Glauben an sich selbst – ihr Geheimnis. „Ich mache nur, was mir gefällt. In jedem Stück fließt sozusagen mein Herzblut.“ Belohnt wird sie dafür mit immer größerem Interesse an ihren Kreationen – diese Bestätigung ist zugleich ihr größter Ansporn. Im Moment weitet die Designerin den Vertrieb ihrer Kollektion aus. Seit Kurzem arbeitet sie sogar mit einem Vertreter in Bozen zusammen, ab Ende August wird es außerdem erstmals eine „Mein- Herzblut“-Winterkollektion geben. Und auch am Volksfest will sie sich wieder beteiligen. „Ein kleiner Event im Frühjahr ist auch geplant. Mehr verrate ich noch nicht.“ Wenn es nach ihr geht, sieht sich Christina Kronawitter im nächsten Jahr auf der „Premium“, einer Modemesse in Berlin. Irgendwann will sie sogar ihr eigenes Kinderheim bauen. „Bis 2014 muss das passieren“, sagt sie und schmunzelt. Bei allem, was die ehrgeizige und geschäftstüchtige Unternehmerin bisher geschafft hat, scheint selbst dieses Vorhaben nicht abwegig zu sein. Denn schließlich hat sich die gelernte Keramik-Meisterin rund ums

Straubinger Rundschau Januar 2011